Adventure Talks: Andy Torbet

Im neuesten Belstaff Adventure Talk erzählte Andy Torbet einem ausverkauften South Kensington Club in London von der unbändigen Neugier, die ihn zuerst zur Armee und dann in die unwirtlichsten Gebiete der Welt getrieben hat.

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Andy Torbet ist, wie er selbst sagt, ein Kind der freien Natur. Er wuchs in einem kleinen Dorf auf dem Lande inmitten der schottischen Highlands auf, wo Berge, Wälder und Flüsse einen „natürlichen Spielplatz“ direkt vor der Haustür boten.„Growing up, I wanted to be either a soldier or Jacques Cousteau. I never thought about getting a normal job; it never occurred to me.“ [„Als kleiner Junge wollte ich entweder Soldat oder Jacques Cousteau werden. Die Idee, einen normalen Beruf zu erlernen, kam mir gar nicht in den Sinn.“]

Andy hat sich diesen Kindheitstraum vom Abenteurerleben auch erfüllt und ließ sich noch nie von einem „normalen“ Büro-Job im Zaum halten. Als seine Familie nach Aberdeen umzog, trat der 12jährige Andy dem örtlichen Taucherverein bei und entwickelte dort seine Leidenschaft fürs Wasser. Andy wollte zwar noch immer Soldat werden, jedoch wurde ihm geraten, vorher ein Studium abzuschließen. Mehr aus Interesse als zur Zukunftsplanung studierte er Zoologie und trat sofort nach dem Abschluss den britischen Streitkräften bei. In seinen 10 Jahren als Fallschirmjäger, Taucher und beim Bombenräumkommando wurde er in Afghanistan, im Irak, Bosnien und auf den Falklandinseln eingesetzt.

Als er dann aber bei der Armee Karriere machte, wurde ihm klar, dass ihn sein Beruf irgendwann doch an einen Schreibtisch zwängen würde. Er erklärt nüchtern: „That’s how the army works, but it was never for me. So I left to pursue a career elsewhere.“ [„So ist das bei der Armee nun mal, doch das ist nichts für mich. Deshalb habe ich mir anderswo eine Laufbahn aufgebaut.“]

Andy entschied sich also, seinen unstillbaren Drang nach Abenteuer zum Beruf zu machen und die Welt zu erkunden. Er sinniert: „I soon realised that people won't pay you to go on adventures, but they will pay you to communicate it – be it through film-making, presenting, writing or photography.“[„Mir wurde schnell klar, dass man nicht fürs Leben als Abenteurer bezahlt wird, doch aber davon leben kann, von diesen Abenteuern zu erzählen – sei es in Filmen, Vorträgen, Texten oder Fotos.“] Deshalb entschied er sich also für eine Karriere in den Medien. Er wird dabei oftmals zum „menschlichen Versuchskaninchen“ im Namen der Wissenschaft. Beispielsweise ist er als Superheld im Fernsehen zu sehen, wie er ohne Sauerstoffflasche mit Haien und in verschollene Wracks taucht, schroffe Bergspitzen erklimmt, oder auch beim Wildwasser-Rafting, Fallschirmspringen, Abseilen und Eistauchen.

Doch Andy erklärt: „I do a lot of things that are perceived to be reckless and mad, but I am not an adrenaline junkie. I'm a control freak more than anything else.“ [„Ich mache schon so einiges, was anderen leichtsinnig und sogar wahnsinnig vorkommt, aber mir geht es nicht um den Nervenkitzel. Wenn überhaupt bin ich eher ein Kontrollfreak.“] Dann fügt er hinzu: „I'm often asked whether I ever get scared, and the answer is yes, but not at the time. There have been instances where, after a successful excursion, I have spent many a night afterwards lying in bed, running through what could have happened but didn’t.“ [„Ich werde oft gefragt, ob ich denn keine Angst habe. Natürlich habe ich die, aber nicht im jeweiligen Augenblick. Es kam beispielsweise schon vor, dass ich nach einer Exkursion oft nachts wach lag und im Geiste durchging, was alles hätte schiefgehen können.“]

Andys bislang gefährlichste Herausforderung war ein Fallschirmsprung aus großer Höhe für einen Dokumentarfilm eines bedeutenden britischen Fernsehsenders. Aus über 8,5 km Höhe sollte Andy, der nicht zu den erfahrensten Fallschirmspringern aus einer solchen Höhe gehört, alleine über der Wüste Arizonas abspringen. Als sich die Flugzeugtüren öffneten, zögerte er und das Team frage sich bereits, ob er es sich denn anders überlegt hätte. Doch Aufgeben kam Andy gar nicht in den Sinn. Er bewunderte vielmehr die Aussicht und genoss diesen einmaligen Moment. „What drives me is the idea that there's stuff out there that's undiscovered. I think that's something anyone can relate to: what's behind the door? What's around the corner? What's over the next hill?“ [„Mich fasziniert einfach, dass es Dinge in der freien Natur gibt, die noch niemand entdeckt hat. Das geht doch bestimmt jedem so, dass er sich fragt: Was ist wohl hinter dieser Tür? Was verbirgt sich um die nächste Ecke? Und was versteckt sich hinter dem Hügel da?“] Andys Abenteuerlust rührt nicht von tiefsitzender Rücksichtslosigkeit her, sondern ist Ausdruck seiner unstillbaren Neugier. Er möchte die unerforschten Tiefen der Weltmeere und ihre außerirdisch anmutenden Einwohner erkunden und die überwältigende Schönheit der unwirtlichsten Orte der Welt bestaunen. So gibt es für ihn auch keinen Unterschied zwischen Leben und Abenteuer – beide gehören unbedingt zusammen. Er sagt schlicht: „It's what I am.“ [„So bin ich eben.“]

Als nächstes steht eine Motorradtour durch Europa und den Balkan an, wo Andy dann die Nordwand des Triglav, des höchsten Bergs Sloweniens, in nur einem Tag erklimmen wird. Für Andy, der mit jedem Atemzug Abenteuer lebt, ist das Motorrad die natürlichste Wahl des Reisens. Er ist seit seinem 21. Lebensjahr auf dem Motorrad zu Hause und vergleicht den Nervenkitzel mit dem Adrenalinschub, den man beim Fallschirmsprung aus dem Flugzeug bekommt: „It's one of the ultimate expressions of freedom.“ [„Es ist der ultimative Ausdruck von Freiheit.“]

Seit Kurzem kann Andy seine endlose Suche nach Entdeckungen auch teilen und weitergeben – an seinen 5-Monate jungen Sohn. Lächelnd gibt er zu: „If anything, my son's arrival has inspired me to do more. People use kids as an excuse to do less, but for me it's actually the opposite. My family gives me a huge amount of freedom.“ [„Wenn überhaupt dann hat mich die Geburt meines Sohnes motiviert, noch mehr zu erkunden. Kinder werden oft als Ausrede vorgeschoben, sich gehen zu lassen. Bei mir ist aber genau das Gegenteil der Fall: Meine Familie gibt mir so viel Freiheit!“] Er fügt hinzu: „Without them, I wouldn’t have achieved half of what I have done." [„Ohne meine Familie hätte ich nicht halb so viel erreicht.“]

Wie dem auch sei: Ein Junge, der schon früh von einem Abenteurerleben à la Jacques Cousteau träumte, hätte sich ohnehin nie für ein „normales“ Leben entschieden.

southkensingtonclub.com

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