Fotofinish: Die Geschichte von Magnum

Einige der bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts sind Mitglieder ein und derselben Agentur: Magnum. Nick Smith stöbert in den Archiven.

Es war einer der wichtigsten Momente in der Geschichte der Fotografie. 1947, also zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, traf sich eine Gruppe von Fotografen in Paris, um die erste unabhängige Fotoagentur für freiberufliche Fotojournalisten zu gründen. Magnum setzte auf eine Mischung aus kreativer Berichterstattung und künstlerischer Freiheit, um das Nachkriegsambiente, das von Erleichterung und Zerstörung geprägt war, festzuhalten. Außerdem diente diese Agentur vielen Fotografen als Zufluchtsstätte. Henri Cartier-Bresson, einer der Gründer, beschrieb Magnum folgenderweise: 'A community of thought, a shared human quality, a curiosity about what is going on in the world, a respect for what is going on and a desire to transcribe it visually'. [„Eine Denkergemeinschaft, ein geteilter menschlicher Wert, die Neugier, die einen dazu treibt, mehr über die Welt, in der wir leben, wissen zu wollen, der Respekt gegenüber den aktuellen Geschehnissen und das Verlangen danach, diese Geschehnisse auf visuelle Art und Weise widerzugeben.“]

Mingladon Air Field, Burma (Myanmar) by George Rodger (1942)
Mingladon Air Field, Burma (Myanmar), George Rodger (1942)

Viele der Gründer werden heutzutage als Legenden gefeiert, z. B. der ungarische Kriegsfotograf Robert Capa, der bekanntermaßen sagte: 'If your pictures aren't good enough, you're not close enough.' [„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“] Der dynamische Leiter von Magnum, dessen Karriere fünf bedeutende Konflikte überdauern sollte, kannte bei der unabhängigen Berichterstattung keine Regeln und hat sich nie davor gescheut, mitten drin als nur dabei zu sein. „Fallender Soldat“, ein kontroverses Foto, das er während des Spanischen Bürgerkriegs aufnahm, wird oft als eines der besten Fotos gefeiert und veranschaulicht bestens den Geist von Magnum: mitreißende Berichterstattung unterstrichen durch aussagekräftige Bilder. Dieses Foto – ebenso wie „Guernica“ von Pablo Picasso – wirkt so stark auf uns ein, dass es unsere Auffassung über die Geschichte ändern kann. Das verpixelte Bild eines amerikanischen GIs am Tag der Landung der Aliierten in der Normandie an einem Strandabschnitt, wurde damals 1944 unter ständigem Beschuss aufgenommen. Viele Jahrzehnte später sollten diese Aufnahmen Steven Spielberg beim Dreh von Der Soldat James Ryan als visuelle Referenz dienen.

Wenn es ein Wort gibt, mit dem man die Fotografen von Magnum beschreiben könnte, dann ist das sicherlich das Wort „Ikonen“ – auch wenn es heutzutage oft verwendet wird. Wenn man einmal Marc Ribouds Foto einer jungen Frau, die einer Reihe von Soldaten eine Blume überreicht, gesehen hat, kann man es nicht mehr vergessen. Der Fotograf kann sich noch genau erinnern, wie er dachte, dass die Soldaten mehr Angst vor der Frau hatten als sie vor den Gewehren. Es war an einem späten Sommerabend im Jahr 1967 als er dieses Foto aufnahm, das mit der Zeit zum Zeichen des Widerstands der Jugend gegen den Vietnamkrieg wurde. Flower Power im wahrsten Sinne des Wortes.

Che Guevara
Che Guevara, René Burri (1963)

Kein anderer Fotograf hat in Großbritannien die wilden Sechziger so gut eingefangen wie David Hurn. Das Bild, das er 1964 von The Beatles in den Abbey Road Studios aufgenommen hat, gewährt uns einen Einblick ins Alltagsleben einiger der berühmtesten Personen der damaligen Welt. Hurn hat außerdem Jane Fonda in ihrer Rolle als Barbarella, Sean Connery als 007 und Julie Christie in der Londoner Tube vor der Kamera gehabt.

René Burri hat mit Künstlern und Aktivisten gearbeitet. Sein Schnappschuss von Picasso neben einem Vogelkäfig ist ein seltenes Portrait des Künstlers in fortgeschrittenem Alter. Doch zu Ruhm gelangte er dank der Nahaufnahme des jungen Che Guevara mit aus dem Mundwinkel heraushängender Zigarre und starrem Blick. Burri sagte: 'A photograph is a moment. When you press the button, it will never come back.' [„Ein Bild ist eine Momentaufnahme. Wenn man einmal den Auslöser gedrückt hat, kommt der Moment nie wieder zurück.“]

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Steve McQueen, Raymond Depardon (1970)

Eine Ikone nach der anderen. Da wäre das Profilportrait einer in Gedanken verlorenen Marilyn Monroe von Eve Arnold, Thomas Hoepkers Aufnahme von Muhammad Ali in New York, auf der er mit weit aufgerissenen Augen und nackter Brust zu sehen ist. Dann wäre da noch Stuart Franklins Foto eines nicht bewaffneten, verlassenen Demonstranten auf dem Platz des himmlischen Friedens, der sich einer Reihe von Panzern in den Weg stellt. Alle arbeiten sie für Magnum – ein Name, der in der Fotojournalismusbranche mit höchster Qualität gleichgestellt wird. Magnum ist auch heute noch aktiv und verfügt über ein riesiges Archiv mit mehr als 600.000 digitalen Bildern und einer Million entwickelter Fotos. Ende]

Belstaff has teamed up with award-winning Magnum photographer Paolo Pellegrin to create additional pieces for the AW16 adventurers' collection. See belstaff.co.uk for more information

Nick Smith ist Journalist, Autor des Buchs Travels In the World of Books und Mitglied der Royal Geographical Society.

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