Kollektion Ansehen: Ton-Up

Entdecken Sie den Stil und die Kultur der 60er-Jahre-Biker, die das Fundament für die heutigen Motorradrennen legten.

Mitglieder des „Club 59“ in London. Unter der Mitarbeit von LE TELLIER Philippe
Mitglieder des „Club 59“ in London. Unter der Mitarbeit von LE TELLIER Philippe

Mit dem Großteil der heutigen „Superbikes“ erreicht man mühelos eine Geschwindigkeit von 320 km/h, ohne dass das Motorrad dabei in seine Kleinteile zerfällt. Und wenn man mit 20 km/h im Stadtverkehr damit fährt, hat man nicht das Gefühl, dass es wie ein Wildpferd davonrasen will.

Vor 50 Jahren war dieses Level an Leistung und Zuverlässigkeit jedoch noch unvorstellbar. Damals galt es als wahrer Triumph, ein Motorrad auf eine Geschwindigkeit von 160 km/h zu bringen – umgerechnet also 100 Meilen pro Stunde, damals auch unter der Bezeichnung „the ton“ bekannt – ohne dabei herunterzufallen oder das Motorrad zu Schrott zu fahren.

Heutzutage kann sogar jedes Auto, auch ein Einstiegsmodell, eine dreistellige Geschwindigkeit erreichen. Doch in jenen Zeiten haarsträubender Geschwindigkeiten auf zwei Rädern konnte dies nur von leistungsstarken Rennmotorrädern bewerkstelligt werden – und von selbst getunten Triumph, Norton oder BSA Maschinen, die von den in Leder gekleideten Draufgängern der Rocker-Generation liebevoll justiert, überarbeitet und gepflegt wurden.

Niemand weiß genau, woher der Ausdruck „doing the ton“ kommt, aber man nimmt an, dass er von Schiffswerften stammt, wo eine Ladung in der Größe von 100 Kubikfuß „register ton“ genannt wurde. Wer weiß. Jedenfalls waren die relativ leeren Straßen Großbritanniens der geeignete Ort, um sich an die „ton“ heranzuwagen, vor allem, wenn man mit einer ganzen Motorradgang unterwegs war, deren Vergaser laut Luft einsaugten und deren Auspuffe diese mit einem unüberhörbaren Bellen wieder ausspuckten.

Foto: Terrence Spencer/The LIFE Images Collectino/Getty Images
Foto: Terrence Spencer/The LIFE Images Collectino/Getty Images

In der Gegend von Box Hill, einem hübschen Ort in Surrey, stellten die kurvenreichen Steigungen eine perfekte Teststrecke dar, um das Handling der Motorräder zu prüfen. Viele Fahrer stellten dort auch ihren Mut unter Beweis, indem sie so schnell wie möglich die Serpentinenstraße hinauf fuhren. Oder sie rasten in der Hoffnung auf ein paar „Zusammenstöße“ mit Mods die englischen Küstenstraßen entlang. Und so mancher Motorradfan, der in den 60ern im Herzen Englands lebte, versuchte die „ton“ auf einer Hochgeschwindigkeitsfahrt zur (damals) futuristischen Leicester Forest East Autobahnraststätte zu erreichen – auf dem glatten und verführerischen Asphalt der damals noch neuen M1-Autobahn.

Egal, wohin Motorradfahrer damals unterwegs waren oder woher sie kamen, ihr Look war genauso wichtig wie die Maschinen, auf denen sie anrollten: Sie mussten die richtigen Jacken, die richtigen Stiefel und das richtige Leder tragen.

Denn genau dieser „Ton-up-Style“ bildet die Grundlage für Belstaffs neue Herbst/Winter Kollektion aus robustem Leder, gewachster Baumwolle und natürlichen Stoffen im Café-Racer-Stil. Die Burnell Jacke und der Duffield Pullover zum Beispiel verfügen über das Karomuster der Startflagge – ganz im Stil der „Geschwindigkeitsdämonen“ der 60er-Jahre – während das zurückhaltende Schwarzweiß dieser Zeit sich in der schwarz-grauen Cairnwell Jacke wiederspiegelt.

Hartgesottene Motorradfahrer, die auch im Winter unterwegs sind, werden den Luxus des Lammfells zu schätzen wissen, das in Modellen wie der Fraser Jacke und der Broxburn Jacke verwendet wurde. Außerdem gibt es eine Reihe von Accessoires, wie gerippte Strickschals und Lederhandschuhe. Sie erinnern an die Militärkleidung, mit der sich die Ton-up-Jungs im Winter warm hielten.

Nun fehlt nur noch Benzin, Geschwindigkeit und Tee und schon könnte man glauben, man befindet sich auf einer Reise in die Vergangenheit, zurück zu den Ursprüngen. Bei einem Tempo von 100 Meilen pro Stunde natürlich.

Simon de Burton schreibt für die Financial Times, The Telegraph und The Spectator.

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