F/S16: Der Ruf der sieben Weltmeere

Charlotte Metcalf entdeckt den Zusammenhang zwischen Pioniergeist, Seefahrerinnen und der Frühjahrs-/Sommerkollektion 2016 von Belstaff

Maidentrip, Laura Dekker, 2013
Laura Dekker, 2013. First Run Features/ Everett/REX/Shutterstock

Blendender Sonnenschein, der in Salzkristallen reflektiert wird, spiegelt sich auch im Metallic-Effekt der Lederjacke wider. Die Rüschenlagen des Stufenrocks erinnern an den Kamm einer sich brechenden Welle. Muster, die Spuren im Sand erahnen lassen, die die Welle beim Rücklauf ins Meer hinterlässt. Eisblau und reines Weiß, wie die perfekte Welle. Die Khaki- und Grüntöne der verführerischen und verhängnisvollen Tiefsee. Das Meer stand eindeutig Pate für die neueste Belstaff Kollektion und haucht der strapazierfähigen, zweckmäßigen Bekleidung auf mitreißende Weise mit einem Mal atemberaubende Schönheit, wildes Ungestüm und unbändige Kraft ein. Die Kleidung ist für furchtlose Frauen gemacht, für die keine Herausforderung zu groß ist und für die es hinter dem Horizont schlicht immer weiter und noch weiter geht.

Die Belstaff Frau ist eine kühne Abenteurerin, die aus dem Willen, Hindernisse zu überwinden, stets Kraft schöpft. Wenn man einen Traum verfolgt, gilt Aufgeben nicht. Die Belstaff Frau zieht den Nervenkitzel des offenen Meeres der Geborgenheit des sicheren Hafens vor und steht dabei in der Tradition herausragender Seefahrerinnen. Erst vor Kurzem schafften es vier britische Ruderinnen, die Coxless Crew, im rund 9 Meter kurzen Vierer ohne Steuermann, den Pazifik zu überqueren. Nach sage und schreibe 257 Tagen liefen sie in Australien ein. Sie reihen sich damit ein in die lange und illustre Reihe zäher, entschlossener Frauen: Die Australierin Kay Cottee schaffte es 1988 als erste Frau, die Welt allein, ohne fremde Hilfe und ohne Zwischenstopps zu umsegeln. Im Südlichen Ozean wurde sie mehrere Male aus dem Boot geschleudert, schaffte aber jedes Mal wieder ohne Hilfe den Einstieg. Zur Feier der Umrundung des Kap Hoorn stieß sie mit einem Glas australischen Weins an und gönnte sich zum Mittagessen Krabbenfleisch mit Mayonnaise und selbst gebackenem Brot.

British yachtswoman and author Naomi James climbs the mast of her yacht to make sure the rigging is in order for the transatlantic race.
Naomi James. Evening Standard/Getty Images

Zehn Jahre zuvor, im Jahr 1978, hatte Krystyna Chojnowska-Liskiewicz als erste Frau bereits die Welt allein umsegelt und war dabei stolze 401 Tage auf See. Die damals 16jährige Laura Dekker, eine deutsch- und niederländisch-stämmige Seglerin, bezwang sogar mehrere Gerichtshöfe, um schließlich als jüngste Seglerin überhaupt die Welt zu umrunden. Sie kam 2012 von ihrem zweijährigen Törn zurück.

Britinnen fahren schon seit Jahrhunderten zur See. Die Analphabetin Hannah Snell verkleidete sich 1745 als Mann, um aus ihrem häuslichen Leben auszubrechen und in die Armee einzutreten. Später wurde sie sogar Küchengehilfin bei der britischen Marine. Sie verbrachte neun Jahre als Matrosin auf See. Während dieser Zeit kämpfte sie in Seegefechten mit und verdiente sich den Ruf als mutige Soldatin. Naomi James fing 1975 mit dem Segeln an und brach schon drei Jahre später sämtliche Rekorde. Sie wurde zur ersten Frau, die das Kap Hoorn bei ihrer Weltumrundung allein umsegelte. Für ihren Erfolg erhielt sie 1979 den Ehrentitel Dame Commander of the Order of the British Empire verliehen. Dame Ellen MacArthur ist weltweit für ihr außergewöhnliches Durchhaltevermögen bekannt und schaffte 2005 die schnellste Solo-Weltumseglung. Im Anschluss sagte sie den Weltmeeren Ade und kämpft sich seither durch die ebenso verhängnisvollen Wogen der Wirtschaftswelt als Leiterin ihrer Stiftung, die sich der Kreislaufwirtschaft widmet. Sie ist der beste Beweis dafür, dass wahrhaft beeindruckende Frauen auch den Mut beweisen, wieder von vorne anzufangen.

Die neueste Belstaff Kollektion richtet sich an Frauen, die die Fantasie, den Mut und die Ausdauer beweisen, ein Leben voller Abenteuer zu führen.