Mörderisches Motorradvergnügen: Isle of Man TT

Jeden Sommer wird die ruhige Insel in der Irischen See zur Heimat des aufregendsten Straßenrennens der Welt, wie Richard Holt berichtet.

Die Isle of Man ist eine selbstverwaltete Steueroase und liegt zwischen Belfast und Blackpool. Die meiste Zeit des Jahres ist sie eine verschlafene, malerische Insel, wo Kinder mit keltischen Folkloregeschichten unterhalten werden. Aber Ende Mai und Anfang Juni spielt sich zwei Wochen lang ein mörderischen Motorradvergnügen ab.

Das erste Tourist Trophy-Rennen fand 1907 auf einer 15 Meilen langen Strecke auf öffentlichen Straßen der Insel statt. Im Jahre 1911 wurde die Strecke auf die Snaefell Mountain Rennstrecke erweitert, die etwas unter 38 Meilen lang ist. Das erste Langstreckenrennen wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas unter 48 Meilen pro Stunde gewonnen. Der derzeitige Rundenrekord wird von der TT Legende John McGuinness mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 132,7 Meilen pro Stunde gehalten. McGuinness ist der unverkennbare Star des TT, der neben dem Rundenrekord auch noch 23 Siege eingefahren hat und damit dem verstorbenen Joey Dunlop mit seinen 26 Siegen dicht auf den Fersen ist.

H. R. Armstrong bei der Junior International TT des Isle of Man-Motorradrennens 1952. Daily Mail /REX/Shutterstock
H. R. Armstrong bei der Junior International TT des Isle of Man-Motorradrennens 1952. Daily Mail /REX/Shutterstock

Wenn Sie nicht glauben können, dass man vor seinem eigenen Laptop erschrecken kann, dann gehen Sie auf YouTube und suchen Sie „Isle of Man TT“. Wenn Sie vom Blickwinkel einer Helmkamera aus die Motorräder um die Strecke rasen sehen, wird sich Ihr Verständnis, was schnelles Fahren auf einer öffentlichen Straße angeht, sehr schnell ändern.

Das TT ist ein Zeitfahrrennen, bei dem die Motorräder in 10-Sekunden-Intervallen starten, sodass sie gegen die Uhr und nicht gegeneinander fahren. Natürlich werden bei einem Rennen mit bis zu sechs Runden die Startintervalle durchbrochen, sodass die Fahrer häufig auf der anspruchsvollen Straßenstrecke aufeinandertreffen.

Das Rennen gilt weithin als das gefährlichste Motorradrennen der Welt. Wenn Sie während einem Rennen vom Motorrad fallen, ist die Umgebung so abgesichert, dass Sie die besten Chancen haben, schlitternd und verletzt aber ohne Brüche zum Halten zu kommen. Die TT Strecke ist jedoch von Gebäuden, Bäumen und Steinmauern gesäumt – und nichts davon gibt nach.

Mehr als 250 Menschen haben seit Beginn des Rennens ihr Leben verloren – meistens Motorradfahrer, aber auch eine Handvoll Funktionäre und Zuschauer. Aber die Gefahr hält weder die Wettbewerber noch zehntausende Zuschauer von der Reise zum Rennen ab, das schon einen mythischen, Ehrfurcht einflößenden Grad als ultimativer Test von Fähigkeit und Mut erreicht hat.

Es gibt fünf Hauptkategorien: Superbike, Senior, Superstock, Supersport und Leichtgewicht. Das Senior Rennen ist das letzte Rennen des Wettbewerbs und dient als Inspiration für den Belstaff Mantel, der auf das goldene Zeitalter der britischen Motorradrennen zurückgeht.

TT-Rennen 1997. John Marsh/EMPICS Sport
TT-Rennen 1997. John Marsh/EMPICS Sport

Belstaffs Senior TT Competition Mantel wurde zum ersten Mal im Jahre 1933 hergestellt, um den unglaublichen, physischen Anforderungen der Motorradindustrie mit ihren immer schneller werdenden Maschinen gerecht zu werden. Der Mantel war entweder als ein Modell aus schwarzen, schweren, gummierten Beaverteen oder als Luxusmodell in einer wasserfesten Doppelstruktur aus Kaschmir erhältlich.

Die Firma, die als Belstaff bekannt werden sollte, wurde 1909 von Eli Belovitch gegründet, gerade zwei Jahre nach dem ersten Isle of Man TT. Während dem Ersten Weltkrieg lieferte Belovitch Capes, Zelte und Planen an das Militär. Nach dem Krieg setzte er die gewonnene Erfahrung zum Wohl der wachsenden Zahl von Motorradfahrern und anderer Abenteurer ein, die Schutz vor den Elementen benötigten – und das tut Belstaff bis zum heutigen Tag.

Richard Holt ist Motorsportjournalist für The Telegraph

Die Geschichte ansehen