Abenteuerlust: L'équipée

Die Motorrad-Gang L'équipée besteht ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern, die Style, Selbstbewusstsein und Abenteuerlust vereinen. Sie zeigen beispielhaft das Belstaff Ethos, sagt Gemma Billington.

L'équipée
L'équipée

„Wir sind Motoradfahrerinnen aus Paris, lieben alte Maschinen und wir sind besessen von Freiheit und Abenteuer.“

Wenn Sie an Motorrad-Gangs denken, dann haben Sie bestimmt sofort ein paar kräftige, bärtige Harley-Davidson Fahrer vor Augen. Sie assoziieren mit dem Begriff sicherlich nicht eine Gruppe bestehend aus grazilen Pariserinnen in khakifarbenen Jumpsuits mit rotem Lippenstift und Cowboystiefeln.

Wir stellen vor: L'équipée, eine französische Motorrad-Gang, die ausschließlich aus Frauen besteht und die die Machowelt der Biker auf den Kopf gestellt hat. Die fünf Damen haben sich vor einem Jahr durch ihre gemeinsame Liebe für Vintage-Motorräder gefunden und seitdem schon einige Wünsche ihrer Bucket-List abhaken können, wie eine Himalaya-Fahrt und Geländefahrten durch Brasilien. Kürzlich sind sie erst von Ihrem Debüt bei dem Wheels and Waves Festival in Biarritz, im Südwesten von Frankreich, zurückgekommen. Zwischen Grillfesten am Strand, Partys und ihrer Teilnahme an einer 1000 km langen Motorradfahrt durch die Pyrenäen wurde L'équipée für den exklusiven Kurzfilm Ride to Nowhere von Belstaff gefilmt und interviewt.

Man kann sich der Welt von L'équipée kaum entziehen. Die Gruppe hat ein natürliches Gefühl für Stil und Selbstvertrauen, gepaart mit adrenalingefüllten Abenteuern. Diese Symbiose bietet Video- und Social Media-Material, von dem andere nur träumen können. Es hilft natürlich auch, dass jede Einzelne aussieht, als ob sie gerade den Seiten der Vogue entsprungen sei. Doch gutes Aussehen und Modebewusstsein sind nicht die Hauptgründe, warum diese Gang so ungewöhnlich ist. Der Geist von L'équipée bleibt der rebellischen Natur des Motorradfahrens treu, wobei geschlechtliche Stereotypen irrelevant sind.

Stundenlang durch weite und gefährliche Landschaften zu fahren erfordert große körperliche Anstrengungen und das bindet natürlich ungemein. Und dieser Kameradschaftsgeist und das Flair für Freiheit macht L'équipée so ansprechend. Diese Werte sind gleichbedeutend mit Belstaff und als Delphine Ninous die neu geschaffene Position der Vizepräsidentin für Damendesign der Marke übernahm, bat sich L'équipée als natürliche Inspirationsquelle für ihre Debüt-Kollektion der Herbst-/Wintersaison 2015 an.

The Streamliner Jacket

„Je mehr du fährst, desto weniger denkst du. Du konzentrierst dich auf die Geschwindigkeit, die Landschaft, die Lichter, die Geräusche ... Und wenn du gemeinsam mit anderen fährst, dann ist das Ganze so fließend wie eine Choreographie. Du redest nicht, aber du fühlst, dass deine Freunde denselben Moment erleben. Das ist eine richtige Verbundenheit“, erklärt Cécile Ney, Filmemacherin und eines der Mitglieder von L'équipée.

Céciles Leidenschaft für Motorräder lag lange Jahre unentdeckt. Bei einem wilden Rendezvous auf dem Rücksitz einer Honda Dax durch die Straßen von Paris kam sie auf den Geschmack. Drei Jahre später machte sie dann ihren Motorradführerschein. Gegen den Ratschlag von Freunden und Familie gönnte sie sich eine Vintage Café Racer CB400 und nichts konnte sie mehr aufhalten.

Doch die französische Hauptstadt konnte ihren aufkeimenden Appetit auf Abenteuer bald schon nicht mehr stillen. Gerade als sich bei ihr der Hunger auf mehr bemerkbar machte, winkte das Schicksal bei einer Motorradmesse in Paris. Dort lernte sie eine Frau kennen, die in einer Hand einen Käfig mit einer Katze und in der anderen Hand eine Flasche Cointreau trug. Ihr war sofort klar, dass sie hier eine verwandte Seele gefunden hatte.

Nachdem sie Louise traf ̶ die Dame mit Katze und Cointreau ̶ lernte Cécile schnell weitere Motorradfahrerinnen kennen: Cindy, Louise D. und Pauline. Cindy sprach über ihre Idee, auf Vintage-Motorrädern durch den Himalaya zu fahren. Obwohl der Plan noch nicht ausgereift war, hatten alle Frauen Lust, das Ganze im Old-School-Sinn durchzuführen, ohne große Organisation, ohne Hilfe und über die schwerstmöglichen Routen. Cécile fand die Idee so „cool und verrückt“, dass sie unbedingt mitmachen und das Ganze dokumentieren wollte. Die anderen sagten zu und nur zwei Monate später befand sich die neu gegründete Gruppe L'équipée in einem Flugzeug nach Neu-Delhi wieder.

L'équipée

L'équipée en Himalaya ist eine fesselnde und inspirierende Dokumentation, untermalt mit einem coolen, Rock-inspirierten Soundtrack. Der Film folgt den Frauen von Manali bis Dharamsala und ist mit Interviews nach dem Abenteuer gespickt, in denen sie auf ihr Erlebnis zurückblicken. Es gab auch Gefahren und Tiefpunkte während der Tour, die im Film dokumentiert werden. Dazu gehörten Phasen extremer Höhenkrankheit bei 4.300 Metern, schlechte Wetterkonditionen und schmale Straßen mit tiefem Gefälle.

„Für mich ist die größte Herausforderung die mentale und körperliche Erschöpfung. Und ich habe oft Angst“, gibt Cécile zu. „Doch man muss dieses Gefühl verwandeln und seine Grenzen erweitern. Wenn ich stundenlang fahre, dann schalte ich oft mein Gehirn aus und folge den Mädels wie in Trance. Dann fühle ich keine Angst - nichts.“

Trotz der Gefahren war das Himalaya-Abenteuer ein durchschlagender Triumph, wodurch die Frauen zu mehr angespornt wurden. Während ihrer Reisen erreichten sie schon fast einen faszinierenden Promi-Status. Neugierige Einheimische und andere Reisende hielten sie an, um sich mit ihnen zu unterhalten und sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Abenteuerlust hallt global wider und ihre Abenteuerlust wurde schnell zu einer realisierbaren „Marke“ und zu einer Lebensart.

L'équipée hat in einem Jahr mehr erreicht als manche Leute in einem ganzen Leben. Doch in Bezug auf Abenteuer scheint es, als ob die Gruppe noch viel vor sich hat.

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