Für Abenteuer gemacht: die Feldtasche

Robert Ryan entdeckt die lange Geschichte hinter der Feldtasche – und Belstaffs moderne.

Sie sind natürlich mit dem telegenen Gesicht von Levison Wood vertraut, dem Inbegriff moderner Abenteuerreisen. Er erlangte Ruhm als erster Forscher, der am Nil entlang wanderte. Seine neueste Wanderung brachte ihn in Buchhandlungen und auf Werbetafeln in Großbritannien, wo er vor den schroffen Gipfeln des Himalaya steht – Thema seiner aktuellsten Wanderung in wilde, gnadenlose Gegenden. Wenn Sie den Buchdeckel und das Poster für die TV-Serie genau betrachten, werden Sie bemerken, dass er über der Schulter eine Feldtasche trägt – ein unerlässliches Utensil für jeden Forscher. Ich fragte mich, was Levison wohl in dieser Tasche mit sich trägt?

„Als ich im Himalaya wanderte, benutzte ich den Rucksack als meine Haupttasche,“ erzählte er mir, „und als Schultertasche, als ich mit Lasttieren unterwegs war und mir eine kleinere Tasche für meine Kamera und einige Kleinigkeiten ausreichte. In der Schultertasche transportierte ich normalerweise meine Leica und die Objektive, einen Kompass, mein Telefon, Karten, GPS, Satellitentelefon, Notgeld (natürlich gut versteckt), eine leichte, windresistente Belstaff Jacke, einige warme Sachen, eine Kopflampe und mein Notepad.“

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Mekong Delta, near Tan Hung Dong - Rene Burri (1963)

Woods Feldtasche stammt von der leichten, kompakten Tasche ab, die Reisende schon lange nutzen. In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts benutzten Matrosen wuchtige Seesäcke aus Canvas für ihre Reisen ebenso wie eine „Ditty Bag“, ein kleiner Beutel, in dem Nähset, Briefe und Erinnerungsstücke von Zuhause, Geld und sehr oft auch ein scharfes Messer aufbewahrt wurden.

Es wird generell davon ausgegangen, dass die moderne Version ihren Ursprung im Ersten Weltkrieg hat, als die Britische Armee den Tornister (benannt nach einem dudelsackähnlichen Instrument) für Offiziere einführte, um darin wichtige Dinge wie Zahnbürsten, persönliche Papiere und Nähsets zu transportieren. Diese Art von Tasche war aber bereits bei Wanderern, Bergsteigern, Anglern und Jägern beliebt.

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The Field Bag shot by Paolo Pellegrin

1912 riet die US-Zeitschrift Field & Stream ihren Lesern: „In einem Camp oder im Wald ist es notwendig, etliche kleine und wichtige Gegenstände schnell zur Hand zu haben. Zusammengefasst wiegen sie etwa zwei Pfund, würden aber beim Verstauen in der Bekleidung diese schwer und unbequem machen. Die Ditty Bag hat den unschätzbaren Vorteil, der Aufbewahrungsort für kleine und lose Gegenstände zu sein. Sie müssen also nur in einer Tasche stöbern und nicht in 18 oder 19 verschiedene Taschen suchen.“

In den 1930er-Jahren befolgte die US Armee diesen weisen Ratschlag und stellte die Feldtasche M1936 für Messgeräte, Proviant und andere Dinge vor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die überzähligen Taschen von Zivilisten benutzt, häufig als Tagestasche für Spaziergänge und Wanderungen, aber auch von Fotografen, die zunehmend eine große Auswahl an Objektiven, Lichtmessern und Kameragehäusen mit sich trugen.

Daher ist es nur verständlich, dass Belstaff mit seiner Tradition in der Herstellung von Bekleidung und Accessoires für extreme Bedingungen eine Zusammenarbeit mit der legendären Magnum Fotoagentur eingegangen ist, um die Feldtasche für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Der Fotojournalist Paolo Pellegrin, Gewinner von 10 Auszeichnungen von World Press Photo neben etlichen weiteren angesehenen Auszeichnungen (Sie haben seine Werke aus Bosnien, Irak, Uganda und New Orleans nach Katrina gesehen), reist mit der neuen Belstaff Colonial Canvas Tasche. Diese Tasche wurde mit dem Input von Magnum gestaltet – deren Fotografen so einiges über raue Geländeeinsätze wissen. Das Ziel war, ein aktuelles Modell für den modernen Reisenden/Abenteurer vorzustellen.

Pellegrin hat die Tasche und andere Belstaff Accessoires oft in unwegsamen und unwirtlichen Gegenden weltweit fotografiert, um ein Portfolio zu erstellen und die beeindruckende, neue Kollektion von Belstaff Taschen aus Leder und Canvas vor dem Hintergrund schöner, rauer Flecken auf der ganzen Welt darzustellen. Ich stelle mir vor, dass er irgendwo auf seinem Weg vielleicht auf Levison Wood getroffen ist. Vielleicht haben sie Erfahrungen ausgetauscht. „Was ist denn in deiner Feldtasche?“

Klicken Sie hier, um mehr über Belstaffs Zusammenarbeit mit Magnum zu erfahren

Robert Ryan schreibt für The Times und The Sunday Times und ist Autor zahlreicher historischer Romane, wie The Dead Can Wait, ein Märchen über Dr. John Watson im Ersten Weltkrieg.