Höhenflug: die Pilotenjacke

Simon de Burton erzählt die Geschichte der kultigen Pilotenjacken, von den Piloten der beiden Weltkriege bis zu Belstaffs Herbst-/Winterkollektion 2017

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Es ist eine historische Tatsache, dass Mode häufig einer Form und Funktion folgt – und das trifft ganz besonders auf die gefeierten Pilotenjacken zu, die Piloten und Flugzeugbesatzung während, zwischen und nach den Weltkriegen trugen. Belstaff gehörte von Anfang an zu den Vorreitern im Pilotenjackendesign – 1927 begann die Marke einen individuellen Service für den Entwurf von Jacken für die Flugwelt; diese Designs wurden auch in die aktuelle Herbst-/Winterkollektion 2017 aufgenommen. Der auf die Wünsche der Kunden abgestimmte Dienst war bei den Abenteurern jener Zeit sehr beliebt, auch bei Flugpionieren wie Amelia Earhart und Amy Johnson, die Jacken bei Belstaff in Auftrag gaben.

Allerdings gab das US Army Aviation Clothing Board bereits 1917, kurz nach den ersten Flügen überhaupt, die ersten Pilotenjacken in Auftrag. Diese hatten hohe Kragen, Windschutz, engsitzende Manschetten und robuste Reißverschlüsse, die die Flieger vor den unsagbar kalten offenen und häufig von Regen gepeitschten Cockpits der damaligen Zeit schützten.

Das ursprüngliche Design wurde ein Jahrzehnt beibehalten, bevor der Typ A-1 entstand, der sich gerade einmal vier Jahre behaupten konnte, bevor das amerikanische Modell mit dem wahrscheinlich größten Wiedererkennungswert auf den Markt gebracht wurde: die A-2. Die A-2 wurde in hohen Auflagen von über 20 verschiedenen Unternehmen produziert, bis sie 1943 von der sogenannten Bomberjacke ersetzt wurde – aber die klassische A-2 Lederjacke geriet weder in Militärkreisen noch bei Zivilisten in Vergessenheit und war in vielen Hollywood-Filmen zu sehen und wurde sogar von Stars und Präsidenten getragen.

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Steve McQueen trug natürlich eine A-2 in seiner Rolle als streitlustiger Captain Virgil Hilts im Film „Gesprengte Ketten”, vor allem als er (wieder einmal) in der Zelle „Kühler“ sitzt – aber seltsamerweise trug Hilts seine A-2 nicht, als Stuntfahrer Bud Ekins den Part für den legendären Motorradsprung über den Stacheldrahtzaun des Gefängnisses übernahm.

Weitere Stars, die eine A-2 trugen (oder ein ähnliches Modell) waren zum Beispiel John Wayne in „Unternehmen Tigersprung”, Gregory Peck in „Der Kommandeur” und Frank Sinatra in „Colonel von Ryans Express”. Tom Cruise trug ebenfalls eine mit absurd vielen Aufnähern besetzte Version für seine Rolle als Maverick in „Top Gun”, obwohl es wahrscheinlich ein nicht so ernster und heldenhafter Träger war, der die amerikanische Pilotenjacke auf den Moderadar brachte – und zwar Henry Winklers Fonzie in der Fernsehserie „Happy Days”.

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