Sir Chris Bonington: Es gibt nur einen Weg, und der führt nach oben

Der legendäre Bergsteiger ist seit einem halben Jahrhundert die Ikone des britischen Abenteuers in der Natur und ein Freund von Belstaff, sagt Nick Smith.

Belstaff x Vestiaire Collective

Chris Bonington stammt aus einer Zeit der etwas anderen Abenteuer. Als der 16-jährige Engländer im Jahre 1951 das Bergsteigen begann, hatte noch kein Mensch den Nordpol erreicht, war noch kein Mensch alleine um die Welt gesegelt oder hatte den Everest bestiegen. Mit 8.850 Metern war die höchste Bergspitze der Welt das Ziel des ehemaligen Margarinenverkäufers, der sich im britischen Bergsport einen bekannten Namen machte. Während seiner langen und glanzvollen Karriere nahm Bonington an 19 verschiedenen Expeditionen im Himalaya teil und sah die Höhen und Tiefen eines Sports, der gnadenlos und gleichzeitig begeisternd sein kann.

Die 70er-Jahre werden von vielen als das „goldene Zeitalter“ des britischen Bergsports angesehen. Während dieser Zeit war Bonington das Aushängeschild dieses Sports, der das technisch nahezu unmögliche Klettern wie ein Kinderspiel aussehen ließ. Zu dieser Zeit ging Bonington eine dauerhafte Beziehung mit Belstaff ein, die sich in der Zusammenarbeit von 1976-1978 in der Great British Waterproofs Kollektion zeigte. Jedes Design trug den passenden Slogan „weatherproofs for the great outdoors” als Stickerei auf dem Etikett. Tatsächlich war der von Chris Bonington mitgestaltete Gebirgsparka eines der wesentlichen Designs in der Ausstellung innovativer Allwetterbekleidung, die kürzlich im New Bond Store von Belstaff stattfand.

Chris-Bonnington

Obwohl es ihm immer noch gut geht und Bonington beharrlich einige Erstbesteigungen bis in seine Siebziger im Himalaya anging, gründet sein Ruhm letztendlich auf eine Handvoll sensationeller Besteigungen, die er im goldenen Zeitalter der 1970er-Jahre machte. Am Anfang des Jahrzehnts führte Bonington eine Expedition wahrlich zu neuen Höhen mit der erfolgreichen Besteigung der Südwand des Annapurna, eine Wand mit 3.000 Metern, die damals wie heute zu den größten Herausforderungen im Himalaya gilt. Kurze Zeit später im Jahre 1975 folgte die erfolgreiche Erstbesteigung des Everest über die Südwand. Obwohl die Expedition ein voller Erfolg war und Bonington die größten Lorbeeren als Mannschaftsführer einheimste, musste er auch den Verlust seines Kameraden Mick Burke bei einer der zahlreichen Tragödien, die sich während seiner Karriere als Höhenbergsteiger ereigneten, verkraften. Bonington selbst erklomm bei dieser Besteigung den Gipfel nicht, sondern überließ die Ehre den Bergsteigern Doug Scott und Dougal Haston aus seinem Team. 1985 war er im Alter von 50 Jahren bei einer erneuten Tour der damals älteste Bergsteiger auf dem Everest.’

Seinen persönlichen Höhepunkt erreichte Bonington wohl im Jahre 1977, als er wieder in Begleitung von Scott die Erstbesteigung des Ogre im Karakorum-Himalayagebiet in Angriff nahm und hinsichtlich des technisch Möglichen bei Besteigungen über 7.000 Metern sprichwörtlich Berge versetzte. Der sechstägige Abstieg war durch einen Vorfall belastet. Scott, der sich bald nach dem Abstieg vom Gipfel beide Beine brach, musste den ganzen Weg zum Basecamp kriechend zurücklegen, während Bonington ihn nach einem Sturz mit drei gebrochenen Rippen unter Schmerzen begleitete. Das dramatische Foto auf dem Gipfel des Ogre zeigt Bonington eindeutig in Belstaff-Bekleidung – seine Wahl bei der anspruchsvollsten Besteigung seines Lebens. Heutzutage lebt das Bonington-Phänomen weiter und der herausragende Bergsteiger arbeitet gerade an dem zweiten Band seiner Autobiografie, die später in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Nick Smith schreibt für das Explorers Journal und ist Mitglied des Explorers Club und der Royal Geographical Society.’

Gewachste Baumwolle

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