Die Uhr britischer Motorradkuriere

Simon de Burton erkundet die Riders Field Watch, eine neue Armbanduhr von Belstaff, die von den Motorradkurieren der britischen Armee im Ersten Weltkrieg und der robusten Kleidung, die Belstaff für sie entwarf, inspiriert wurde

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Im superschnellen Elektronikzeitalter von heute, wo es möglich ist, eine Nachricht im Bruchteil einer Sekunde von einem Ende der Welt zum anderen zu schicken, scheint eine persönlich überbrachte Botschaft wie ein Relikt aus einer entfernten Vergangenheit – doch es ist noch gar nicht so lange her, dass Heerführer auf die Ankunft einer handschriftlichen Notiz warteten, bevor sie ihren nächsten taktischen Zug planten. Vor der Industriellen Revolution wäre solch eine Benachrichtigung von einem reitenden Boten überbracht worden – im Ersten Weltkrieg setzte man dann bereits den sogenannten Kraftradmelder ein. Die ersten unter ihnen waren Motorradfahrer, die vom Royal Engineers Signal Service rekrutiert wurden, wenn sie eine eigene Maschine mitbringen konnten.

Diese „Despatch Riders“, wie sie auf Englisch heißen (kurz auch DR genannt), leisteten mit ihren Motorrädern von Marken wie Triumph, BSA oder Royal Enfield einen wichtigen Beitrag in beiden Weltkriegen. Das war vor allem dem Tempo, der Wendigkeit und der relativ geringen Sichtbarkeit ihrer Maschinen zu verdanken, die vom Feind weniger schnell entdeckt wurden als vierrädrige Fahrzeuge, sich leichter verstecken ließen und sich auch in unwegsamem Gelände bewährten. Doch nicht jeder war dafür geeignet – es war ein harter Job, der nicht nur hervorragende Fahrkünste erforderte, sondern auch eine beträchtliche Belastbarkeit und gutes Durchhaltevermögen sowie die Fähigkeit, tags wie nachts seinen Weg zu finden, und auch einmal selbst Reparaturen vorzunehmen. Außergewöhnlicher Mut war ebenfalls eine Voraussetzung, da die Fahrer häufig feindliches Gebiet durchqueren mussten oder sich plötzlich mitten in der Schusslinie befanden.

Auch schlechtes Wetter durfte einem nichts anhaben. Genau aus diesem Grund entwarf Belstaff damals schützende Mäntel, die eigens für Motorradkuriere gedacht waren. Sie bestanden aus Gabardine, Öltuch, gewachster Baumwolle oder Leder, waren oft knöchellang und häufig mit Sturmkrägen sowie der heute wohlbekannten schrägen Kartentasche von Belstaff ausgestattet. Die Zeit war ein weiterer Faktor, den es für die Kuriere zu beachten galt. Schließlich waren die Nachrichten, die sie beförderten, von ausschlaggebender Bedeutung und mussten immer schnellstens ausgeliefert werden.

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Vor diesem Hintergrund hat sich Belstaff mit dem gefeierten britischen Designer Nick Munro zusammengetan und die „Riders Field Watch“ entworfen – eine praktische, markante und zweifellos sehr schöne Armbanduhr im Retro-Stil mit robustem Charakter. Sie ist mit einem Uhrenband aus handgewachstem Leder in Schwarz oder Braun zu haben, das von den Mänteln der Motorradkuriere inspiriert wurde, und verfügt über besonders leuchtstarke Zeiger und kratzfestes Saphirglas. Dazu wird die Riders Field Watch in einer Rolle aus Öltuch geliefert, die an eine Werkzeugtasche für Motorräder erinnert, und eine Editionsplakette aufweist, die mit der in die Rückseite des Uhrengehäuses aus Stahl geprägten Nummer übereinstimmt. Das Zifferblatt ist in Schwarz, Weiß, Blau oder Elfenbein zu haben – nicht zuletzt dadurch wird die Riders Field Watch zu einem überaus begehrenswerten Accessoire. Simon de Burton schreibt für die Financial Times und Esquire

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