Der ungeschliffene Look der Dakar Rally

Simon de Burton über die kühne Geschichte der Dakar Rally und wie sie Pate für Belstaffs neue FS18 Kollektion stand

The Paris Dakar Rally

Es gibt wenige Events, die so unerbittlich sind wie die mörderische Dakar Rally. Bei dieser jährlich in Südamerika abgehaltenen Veranstaltung liefern sich Autos, Trucks, Motorräder und Quads über mehr als 8.000 km auf vorrangig unbefestigtem Terrain ein Rennen, das die Grenzen von Mensch und Maschine stets aufs Neue herausfordert.

Der heute als legendär geltende Wettkampf wurde 1978 von Thierry Sabine ins Leben gerufen – einem bahnbrechenden Rally-Rennfahrer, dem die Idee zur Rally kam, nachdem er im Jahr zuvor in der knapp 650.000 km2 großen Ténéré, einer Sandwüste in der südlichen Sahara, während eines Rennens von Abidjan an der Elfenbeinküste nach Nizza verloren ging.

Die ursprüngliche Route, die sich Sabine überlegt hatte, verlief von Paris über Spanien nach Marokko, Algerien, Niger und Mali, bevor sie in Dakar, der Hauptstadt des Senegal, endete. Daher auch der Name „Paris-Dakar Rally“.

Paris Dakar Rally

Die Rally verlief 30 Jahre lang in mehr oder weniger demgleichen Format, bis im Jahr 2008 Terroranschläge in Mali zur Aufhebung des Rennens in diesem Jahr geführt haben; seit 2009 findet die Rally nun in Südamerika statt. Die diesjährige 8.850 km lange Route führt vom peruanischen Lima durch Bolivien und weiter nach Argentinien, wo sie in der Millionenstadt Córdoba endet.

Wenn langjährige Fans von dem Event sprechen, schwärmen sie jedoch häufig von den guten alten „Paris-Dakar“-Zeiten.
Im ersten Rallyjahr starteten genau 182 Fahrzeuge – nämlich 80 Autos, 90 Motorräder und 12 Trucks – am 26. Dezember 1978 von Paris. Allerdings schafften es lediglich 74 von diesen Fahrzeugen 19 Tage später über die Ziellinie in Dakar. Im Gegensatz zu den heutigen in Kategorien eingeteilten Startgruppen traten zur damaligen Zeit alle Rennfahrer in einem Kopf-an-Kopf-Rennen an. Das französische Motocross-Ass Cyril Neveu staubte dabei den ersten von wie sich herausstellen sollte insgesamt fünf glorreichen Paris-Dakar-Siegen ab.

Was jedoch besonders bemerkenswert erscheint, ist die Tatsache, dass Fahrer sich auf quasi Standardmaschinen in einem Rennen verlassen mussten, bei dem heute Spezialteams stark modifizierte Autos, Motorräder und Trucks im Zuge hoher Budgets aufstellen.

Paris Dakar Rally

Neveu bestritt das Rennen tatsächlich auf einer Yamaha XT 500, die abgesehen von einem Langstreckentank und zwei schicken Ledersatteltaschen fast genauso aussah wie bei Markteinführung.

Sein Sieg war so bedeutsam, dass Yamaha ein paar Jahre später ein Serienmotorrad namens XT 600 Ténéré herausbrachte, das der Maschine von Neveu zum Verwechseln ähnlich sah. Honda feierte seine regelmäßige Rennbeteiligung wiederum mit den Spezialmotorrädern Africa Twin und XL 600 Paris-Dakar, während BMW anlässlich der aufeinanderfolgenden Siege von 1984 und 1985 durch Werksfahrer Gaston Rahier seine eigene Motorradreihe R80G/S Paris-Dakar entwarf.

Und die Belstaff Designer haben zu Ehren dieser denkwürdigen Jahre, der bewegenden Bilder und erdigen Farbtöne Nordafrikas, wo die Paris-Dakar ursprünglich abgehalten wurde, eine FS18 Kollektion entworfen, die von sonnengebleichten Pastelltönen, satten Kupfer- und kräftigen Orangenuancen geprägt ist. Auch die leuchtenden Blau-, Rot- und Gelbtöne, die so bezeichnend für die Automobildarstellungen der frühen 1980er-Jahre sind, sind vertreten.

Derartige Retrofarben finden bei Belstaff Klassikern wie der Roadmaster oder der Trialmaster Anwendung, die sowohl in der traditionellen gewachsten Baumwolle als auch einer Auswahl an leichten, wasserfesten, winddichten, atmungsaktiven und UV-geschützten Funktionsmaterialien gefertigt wurden. All diese Designs hätte die Rennfahrer, die sich am zweiten Weihnachtsfeiertag 1978 am Pariser Place du Trocadéro zum Start der allerersten Paris-Dakar Rally aufreihten, zweifelsohne begeistert.

Es war, wie Sabine es später bezeichnete: „A challenge for those who go. [Eine Herausforderung für alle, die sich beteiligten.] A dream for those who stay behind... [Ein Traum für alle, die zurückblieben …]“
Und obwohl der Austragungsort mittlerweile auf einen anderen Kontinent verlagert wurde, hat sich an der Stimmung auch 40 Jahre später nichts geändert.

Credit:Getty Images

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